Schulalltag 2

Mathemathemathemathe

Morgen schreiben wir einen Test

Jeder seinen, 7 Jungen, 7 unterschiedliche Tests

Geübt haben wir fleißig, manche schritten mit den Aufgaben mutig voran

Der Jüngste, 1. Klasse, sagte gestern gelangweilt, als sein Nachbar die 2er Reihe laut wiederholte…. oh man, mach doch mal schneller, merkst du denn nicht, die will von dir nur die geraden Zahlen hören!

Da war ich platt!

Gestern der 2 Geistesblitz: Ein Junge! 2. Klasse, mit Bildungsangebot im Bereich Lernen, soll Kreise und Dreiecke in einer bestimmten Reihenfolge zeichnen, guck mal… ich kann keine Dreiecke!!!

Ich male drei Punkte auf schönes Papier… verbinde mal…

Und nun diese drei Punkte mit einer anderen Farbe…

und nun diese drei Punkte…..

Nach dem 5. Dreieck die Erkenntnis…. ach, das Dings hat immer drei Ecken…

Und heute Nacht dachte ich an 17+4, wir spielten es zu Hause, regelmäßig, mit Opa, Vater, immerimmerimmerwieder.

Heute in der Schule, ich hatte 17+4 dabei, die einfache Skatversion

Ich sitze auf dem Boden, 7 jungen um much herum, alle irgendwie müde von Mathe…

Also bei 21 hast du gewonnen, ab 22 verloren, entscheide mutig oder besonnen, ob du eine Karte möchtest…

Sichere Rechner sitzen neben denen, denen es schwer fällt…

Wieviel hast du? Dame und 6… ???? 10+7…. ??‘?? Egal, 17… wir wollen spielen und nicht rechnen… willste noch eine? Ja… NEIN! Das könnte ins Auge gehen…. nimm lieber keine, aber der andere hat auch 3 Karten, und ich nur 2 das ist ungerecht… naja… du wirst es sehen…

Aber bei der 3. Runde… 10+8=18, weil das weiß ich wegen gerade…

Tolle Stunde, bis…

Auf die kleine Prügelei, weil der eine 2 mal 21 hatte und der andere gar nie und ungerecht… das geht mal gar nicht!

Schulalltag 1

Heute Hausbesuch, erst abends, wenn der Vater da ist. Der Junge aufgeregt, die Mutter lächelt.

Was läuft gut, die Mutter findet manches, was gut läuft.

Ich auch, ein feiner Bursche. Er lächelt.

Ich bin immer berührt, wenn ich in fremden Küchen sitzen darf.

Einblicke in fremde Lebenskonzepte, Offenheit spült entgegen. Ich nehme es an, nehme wahr, atme ein.

Die Mutter lächelt, was läuft gut, ein Lächeln, was über den Jungen gerade gesprochen wird, auch über sein Verhalten, sie lächelt, rückt gerade, nimmt in Schutz, und lächelt…

Wie das Kind in der Klasse.

Das hast du wirklich gut hingekriegt, zaubert ein Lächeln…

Oh nein, nun hast du über die Strenge geschlagen, zaubert ein Lächeln…

Nun verstehe ich… ganz die Mutter

Alltag 1

Ein neuer Tag

Ich tanze herum, um das Unliebsame herum

Keine Steuererklärung, kein Hausputz,

Das Referat will heute geschrieben sein

Selbstsupervision

Der Tag ist lang, Kaffee getrunken, dies und das getan,

Noch tanze ich drumherum-

Aber es wird geschrieben werden

Heute Abend wird es geschrieben worden sein!

Selbstsupervision

Jetzt

9 Stunden später

Bad glänzt, zum Sport mit der Freundin, gesaugt, große Runde mit dem Hund,

Spontanes Pizzaessen mit Freunden zu Hause

Wie gesagt

Ich tanze herum

Selbstsupervision : ein gewonnener Tag

Schulalltag

Ich arbeite mit Kindern, man nennt sie „sozial-emotional bedürftig“.

7 Jungs in einer Klasse, auf 2 warten wir noch.

Alle sind im Grundschulalter.

Ich bin müde.

Vor 7 Jahren waren wir 2 Lehrer und 1 Soz.Päd, – nun sind wir 1 Lehrer (ich) und ein Soz.Päd!

Manchmal hilft eine Praktikantin oder ein Zivi.

Nun bin ich müde- nach der Arbeit habe ich nie das Gefühl, meinen Jungs gerecht geworden zu sein. Mit dem einen nicht gelesen, mit dem anderen nicht Mathe erklärt, es bleibt soviel liegen.

Nächste Woche werde ich viel rausgehen! Bewegen hilft!